Herzlich Willkommen im Broadcast Archiv!
Schön, dass Sie da sind!
broadcastarchiv.de ist ein Hobbyprojekt von Niklas Poteczin zur Dokumentierung und Archivierung von Projekten, Wissen, Daten und Meinung.
Mein ursprüngliches Ziel war es, eine umfassende Sammlung von Informationen über Video-, Ton-, Mess- und Funktechnik bereitzustellen. Inzwischen haben Sich diese Seiten deulich erweitert.
Es bleibt noch zu erwähnen, dass ich für jegliche Informationen auf den Seiten keine Garantie für die faktische Korrektheit geben kann. Sollten Sie einen Fehler o.ä. finden, nehmen Sie sehr gerne mit mir Kontakt auf! Meine Kontaktmöglichkeiten finden Sie links unter „Kontakt“.
17569 Besucher haben diese Seite aufgerufen
Online: 78
Blog
Offtopic: Ich nutze jetzt NixOS und weiß noch nicht, ob ich es lieben oder hassen soll
Vorweg: Ich bin Laie und berichte hier von persönlichen Erfahrungen und meinem eigenen Wissen, das ich mir über die Zeit angeeignet habe. Faktische Korrektheit nicht garantiert!
Als ich im Mai auf einem Event eines befreundeten Hackspaces war, wurde mir erstmals von NixOS erzählt – einer Linux-Distribution, die anders funktioniert, als ich es bisher jemals gesehen habe. Denn anstelle der üblichen Paketmanager, wie beispielsweise apt bei Debian oder pacman bei Arch Linux, werden alle Apps, Programme und sogar Einstellungen in einer Konfigurationsdatei, der configuration.nix, deklariert. Dadurch bezeichnet man NixOS auch gerne als „deklaratives Betriebssystem“.
Das heißt: Wenn ich 5 Apps installieren will, schreibe ich sie einfach in die configuration.nix. Möchte ich das Tastaturlayout ändern, geht das ebenfalls dort.
Ein Beispiel, wie eine configuration.nix aufgebaut sein könnte:
{ config, pkgs, ... }: { imports = [ ./hardware-configuration.nix ./my-dev-tools.nix ./my-desktop-env.nix ./etc.nix ]; networking.hostName = "mymachine"; time.timeZone = "Europe/Utrecht"; services.xserver.layout = "us"; services.xserver.xkbVariant = "altgr-intl"; users.users.myuser = { extraGroups = [ "wheel" "networkmanager" ]; isNormalUser = true; }; environment.systemPackages = with pkgs; [ ddate testdisk ]; services.openssh.enable = true; }
Will man das noch etwas weiter treiben, wie es die meisten NixOS-User tun, kann man seine Konfiguration strukturieren und in mehrere Dateien und Ordner aufteilen. So lassen sich beispielsweise die Bluetooth-Einstellungen in einer separaten Datei konfigurieren.
Aber wofür das Ganze?
Stellen wir uns vor, man hat zuhause einen Laptop, einen PC und einen Homeserver. Tatsächlich lassen sich in einer Config auch mehrere Systeme definieren. Diese Config liegt dann beispielsweise in einem Git-Repository und ist für alle Geräte abrufbar.
Geht mir nun mein Laptop kaputt, lade ich mir meine Config einfach herunter, wende sie auf meinem neuen Laptop an und habe alle Einstellungen und Programme wieder installiert. Andersherum kann ich auch an meinem Laptop die Config für meinen Homeserver bearbeiten. Wenn ich meinen Homeserver so eingestellt habe, dass er sich regelmäßig die neueste Config aus dem Git-Repo zieht, lassen sich sämtliche Einstellungen und Programme aus der Ferne verwalten.
Und hier wieder dasselbe: Wenn mir der Server stirbt, setze ich einfach einen neuen auf, lade meine Config – und schon habe ich alles wieder.
Nun, ich bin noch ziemlich am Anfang und habe nicht wirklich viel Erfahrung im Umgang mit NixOS. Ehrlich gesagt habe ich generell wenig Erfahrung mit Software. Glücklicherweise haben mir Freunde bei der Einrichtung geholfen, und langsam fange ich an, Dinge selbst zu verstehen.
Oft stehe ich aber vor seltsamen Fehlermeldungen, wenn ich die Config bearbeitet habe. Manchmal funktionieren Dinge einfach nicht, wie sie sollen, und manchmal braucht das System einfach eine Weile. Aber das ist alles ein sogenanntes „Skill Issue“, wie es die Jugend zu sagen pflegt.
Ich lerne stetig dazu und kann mir sogar vorstellen, irgendwann auch mit meinem Hauptrechner von Linux Mint auf NixOS umzusteigen.
Übrigens, wen es interessiert: Lange Zeit habe ich KDE Plasma als Desktop verwendet. Plasma ist ein sehr umfangreiches, im Aussehen stark konfigurierbares und modernes Desktop Environment, welches aber leider auch zu den leistungshungrigeren gehört. Insbesondere auf meinem relativ alten Laptop fing es recht schnell an zu ruckeln und beeinträchtigte die Performance spürbar.
Inzwischen bin ich bei niri hängen geblieben, einem Scrolling-Window-Manager. Den Unterschied zwischen einem Window Manager und einem Desktop Environment sauber zu erklären, liegt außerhalb meiner fachlichen Kompetenzen – aber im Grunde ist ein Window Manager deutlich minimalistischer aufgebaut.
In Verbindung mit der Noctalia Shell bin ich mit dem Aussehen und der Bedienung meines Laptops sehr zufrieden. Alles geht plötzlich schneller und einfacher mit ein paar Tastenkombinationen.
Ich werde mir mal überlegen, mehr solcher Offtopic-Blogeinträge zu verfassen, falls Interesse besteht. (Oder ich mache dafür einen separaten Blog – aber aktuell habe ich schon zu viele andere Projekte offen.)
Bis demnächst und noch viel Spaß beim Durchstöbern meiner Seiten!
— Niklas Poteczin, 12/04/2026 23:55